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Kurzurlaub mit Oldie und Hitze - Classic Days 2018

Verantwortlicher Autor: Erich Hein Schloss Dyck, 17.08.2018, 17:43 Uhr
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Classic Days 2018
Classic Days 2018  Bild: Erich Hein

Schloss Dyck [ENA] Seit 924 Jahren gibt es das Wasserschloss Dyck, malerisch gelegen in seinem Weiher mit einer herrlichen Gartenanlage; seit 13 Jahren gibt es hier eine der facettenreichsten Oldtimer- und Motorradveranstaltung die „Classic Days“, eine Symbiose, einzigartig im Stil und Performance,

weit über die Grenzen Deutschlands gekannt und geliebt. Mehrmals zum „Event des Jahres“ gewählt, umspannt die Veranstaltung zwölf Themenbereiche, einen schönen Rundkurs vorm Gelände, einen imposanten Innenhof, eine entspannte und anheimelnde Atmosphäre für den Besucher und den Größen der Motorsport- und Filmwelt. Nicht zu vergessen, das „Miscanthus-Feld“, welches an den „Classic Days“ mehrer tausend Oldtimer aller Couleur beherbergt. Mehr als 40 000 Besucher kamen trotz extrem hoher Temperaturen jenseits der 35 Grad nach Dyck um der „Gute alte Zeit“ der historischen Motorsportzeit zu frönen.

Samstagmorgen: der Engländer Chris Williams konnte mit einem seiner vielen mitgebrachten Oldies, einem „Mavis“ ein feuerspeiendem Ungetüm vom Type Packard- Bentley ein sogenannter Specials mit 42 Liter Hubraum. Die V 12 Maschine des „Mavis“ leistet 1.495 PS bei 2.700 Nm und hat 24 Auspuff- Rohre, aus Gründen des Brandschutzes nicht auf dem Rundkurs. Sonntag gab man Williams freie Fahrt, die Besucher waren total begeistert, die Feuerwehr weniger, mussten sie doch wegen „Mavis“ einen Einsatz fahren. Auch sonst tummelte so einiges auf dem Rundkurs. Mit gleich acht legendären Fahrzeugen, wie BMW M3 E30, Mercedes 190 Evo und die frühen C- Klassen, mit den Audis, Opels und Fords zeigte die gute alte DTM auf Dyck.

Mit einer Auswahl an Fahrzeugen des legendären Benjafield`s Racing Club und erstmals dabei, einer der wichtigste Wagen des Brooklands- Museum: der 24-Liter-Napier-Railton Langstrecken- Rekordwagen aus dem Jahr 1933. Seine Premiere hatte er im August 1933 – also vor 85 Jahren. Hier erstmals auf dem Kontinent gefahren - gekonnt in Szene gesetzt. Porsche 956,962,Carrera RSR von 1974 sowie Porsche 914/6Gt und ein Porsche RSR- 935 mit Fahrern wie Walter Röhrl der der Jägermeister- Rennstall im schnittigen Orange belebte die Berghorn- Allee. Auf und abseits der Rennstrecke die „72 Stagpower – The Sirit of Jägermeister Racing“ waren das Publikumsmagnet schlecht hin.

Vor 50 Jahren brachte Ford sein Erfolgsmodell Escort auf den Markt und 1968 parallel der 15 M RS den Grundstein für die sportliche Variante der Marke. Beide Jubilare des Kölner Autoherstellers rückten bei den Classic Days in den Fokus. Zwei bedeutende Rennwagen, der Ford Capri RS aus der Gruppe 2 und der Gruppe A-Sierra RS 500 Cosworth gingen im Rahmen der „Tourenwagen Classics & DTM“ an beiden Tagen auf die Strecke.

Ein überaus seltener Anblick für den Besucher waren eine beachtliche Anzahl von American La France Fahrzeugen, die sich erstmals auf Schloss Dyck zeigten und den Staub auf der Rennstrecke so richtig aufwirbelten. Die 1873 in Summerville USA gegründete Firma für Feuerwehrfahrzeuge baute seit der 1920iger Jahren die Fahrzeuge zu Rennwagen um, meist Speedster genannt. Man kürze die Rahmen und die Ausstattung wurde auf das Notwendigste reduziert.

Audi nutze den 150. Geburtstag von August Horch um mit drei Horchs aus den zwanziger- und Dreißigerjahren einen Sonderlauf auf der Rennstrecke zu starten. Ein 1937er Horch 853,Sport Coùpe, ein Einzelstück mit Erdmann & Rossi Karosserie, glänzte mit mehren Artgenossen auf der Museumsinsel bei den „Jewels in the Park“. Beschaulich und eleganter ging es auf dem weitläufigen Schlossgelände zu. Bei den Lovely Heroes feierte man die grandiose Zeit des Wirtschaftswunders, bei den Nostalgic Journeys gab die Campinggespann- Besitzer Einblick in ihren Camping- Alltag.

Sogar die USA mit seinen US-Cars und dem unvergleichlichem Life- &- Drive Stil gaben sich bei den Stars & Stripes die Ehre. Sogar ein Stück Hollywood fand den Weg nach Schloss Dyck. Man glaubte ein Teil des Films „Bullit“ zu sein, als sich grüne Ford Mustangs eine gemächliche Verfolgungsjagd lieferten. Schade, Steve McQueen hätte dieses Szenario gefallen. Dafür freute sich der „Marlboro- Mann- Arturo Merzar“, wie immer mit Cowboy- Hut und mit seinem Alfa Romeo Tipo 33TT12 ein Teil des lebenden Museums zu sein.

Wie immer dabei Hans Hermann, und dieses Jahr ein Jubilar zum Anfassen: „90 Jahre Rennfahrer- Leben“ - 1928 geboren, gehört Hans Hermann als Multitalent und Starter auf mehreren Marken zu den großen Urgesteinen der Automobil- und Rennsport- Geschichte. 1954 fuhr er bei derb Mille im Porsche Spyder unter einer geschlossen Bahnschranke hindurch zum Klassensieg, im selben Jahr Dritter bei der Carrera Panamericana auf Mercedes- Benz. Happy Birthday to you Hans.

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