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"Fahrt der Stille": Gedenkfahrt für getötete Radfahrer

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen München, 10.05.2018, 14:24 Uhr
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"Fahrt der Stille": Gedenkfahrt für 383 getötete Radfahrer  Bild: Horst Nauen

München [ENA] "Ride of Silence" - am 16. Mai 2018 erinnern Gruppen des "Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club" (ADFC) und Aktivisten in Aachen, Berlin, Bonn, Köln, Leipzig, München, Oldenburg und Wiesbaden mit stillen Gedenkfahrten an die Radverkehrstoten in ihren Städten.

Im Jahre 2017 sind in Deutschland 383 Radfahrer ums Leben gekommen, darunter 15 Kinder. Die häufigste Ursache sind abbiegende Lkw und Pkw. Anders als die Gesamtzahl der Verkehrstoten, nimmt die Zahl der getöteten Radfahrenden seit Jahren nicht ab. Der ADFC fordert die Städte auf, dem Fahrrad mehr Platz einzuräumen und Kreuzungen nach niederländischem Vorbild für Radfahrer sicherer umzubauen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagte: ,,Abbiegende Kraftfahrzeuge sind Unfall- und Todesrisiko Nummer eins für Radfahrende. Das liegt daran, dass unsere Städte mit eingebauter Vorfahrt für das Auto gebaut sind. Der Radverkehr hat aber zugenommen, die Menschen wollen häufiger das Rad nehmen - Rad-Infrastruktur und Regeln sind aber nicht mitgewachsen. Die Städte müssen jetzt so umgebaut werden, dass alle sicher und komfortabel zum Ziel kommen können, egal mit welchem Verkehrsmittel.

Fussgänger und Radfahrer im toten Winkel
Blockierte Radwege

Der Radverkehr braucht nach Auffassung des ADFC in erster Linie mehr Platz. Ihn mal an den Fahrbahnrand zu quetschen, dann auf holperige Bordsteinradwege zu zwingen, ist frustrierend und gefährlich. Das Radwegenetz muss durchgängig und intuitiv verständlich sein. Radfahrer müssen wissen, wohin sie gehören und Autofahrer müssen wissen, wo sie mit Radfahrern rechnen müssen. Zur Unfallprävention sind lauf ADFC außerdem verstärkte Kontrollen und Sanktionierungen notwendig, zum Beispiel für den unterlassenen Schulterblick, zu enges Überholen, das Zuparken von Radwegen, aber auch das Geisterradeln auf dem Fußweg oder entgegen der Fahrtrichtung des Radweges.

Die Fotografen der abgebildeten Fotos sind: Christoph Mischke, Gerhard Westrich und Horst Nauen.

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