Freitag, 25.05.2018 03:34 Uhr

NRW-Kirchen fordern gemeinsames Handeln zum Ramadan

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 16.05.2018, 16:34 Uhr
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Köln [ENA] Die christlichen Kirchen in NRW haben die Muslime in einem Grusswort zum Fastenmonat Ramadan zu “unverzüglichem, koordiniertem und entschlossenem Handeln” bei der Bewältigung des Klimawandels aufgerufen und an die Verantwortung der Religionen zum Schutz und zur Bewahrung der Schöpfung erinnert. Auch rufen sie die Bedrohung durch Militärkonflikte sowie die “mangelnde Geltung der Menschenrechte” ins Bewusstsein.

In der am Mittwoch in Köln veröffentlichen gemeinsamen Erklärung der nordrhein-westfälischen Bistümer und Landeskirchen heisst es, Erhaltung und Bewahrung der Schöpfung seien eine Verpflichtung der gesamten Menschheit; den Religionen komme dabei eine besondere Verantwortung zu: „Unsere Religionen sagen uns, dass wir alle Teil einer großen Menschheitsfamilie sind, wo immer wir uns auf diesem Planeten befinden.“ Die Unterzeichner rufen dazu auf, sich dieser Verantwortung gemeinsam zu stellen. „Unsere Religionen bieten uns die Chance, uns auf das zu besinnen, was wirklich wichtig ist.“

Die Folgen des Klimawandels erforderten unverzügliches, koordiniertes und entschlossenes Handeln. Ohne Solidarität und Gerechtigkeit werde sich der Weg zur Bewahrung der Schöpfung nicht finden lassen. 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte seien weltweit weder die Kriege beseitigt, noch die Menschenrechte zur Geltung gebracht, so die Unterzeichner des Grusswortes. Gleichzeitig bedrohen ökologische Umwälzungen den Fortbestand der Menschheit. Die biblische Aussage, dass Gott den Menschen in den Garten Eden gesetzt habe, damit der Mensch diesen Garten ‚bebaue und hüte‘, wie es in der Bibel heisse, gewönne damit eine besondere Dimension.

“Denn der Mensch ist verantwortlich für den Erhalt von Gottes guter Schöpfung, die zugleich die Lebensgrundlage unserer und kommender Generationen ist“, heißt es im Grusswort. Es zeige sich, dass die gegenwärtigen militärischen Auseinandersetzungen und die “mangelhafte Umsetzung der Menschenrechte” eine weitere Gefahr in sich bergen. “Polarisierte und zerstrittene Gesellschaften, aber auch Nationen und Konzerne, die ihre eigenen Interessen ohne Rücksicht auf andere an erste Stelle setzen, sind eines der größten Hindernisse, wenn es um die große Menschheitsaufgabe geht, allen eine gute und lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.”

Unterzeichner des Grusswortes sind Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippische Landeskirche, der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Helmut Dieser aus Aachen, Bischof Felix Genn (Münster), Präses Annette Kurschus der Evangelischen Kirche Westfalen, der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, Präses Manfred Rekowski der Evangelische Kirche im Rheinland und der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Der Fastenmonat Ramadan beginnt an (diesem) Mittwochabend und endet mit dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) am 14. Juni. Fast zehn Prozent der NRW-Einwohner sind Muslime; das entspricht einer Zahl von knapp zwei Millionen Menschen.

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