Samstag, 11.07.2026 22:30 Uhr

Zur Psychologie des Märtyrertums im Christentum

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 11.07.2026, 14:15 Uhr
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Wien [ENA] Die Anfänge des Christentums in Europa während des langsamen Zerfall des römischen Reichs mit seiner reichen und hochentwickelten Kultur und zahlreichen Gottheiten, war von einer radikalen Zeitenwende geprägt, die durch den erstaunlichen Siegeszug des Christentums verursacht wurde, der sich zuerst an der Märtyrergestalt Jesus Christus entzündet hatte, aber später auch von unzähligen Märtyrer*innen befeuert wurde.

Eine stürmische und kompromisslose, das Martyrium nicht fürchtende Heilsbewegung forderte nun den Neuanfang der Geschichte ein. Von dieser Glaubenswucht der frühen Märtyrerheere beeindruckt, wurden bald auch wichtige Kaiser überzeugt und 380 wurde das Dreikaiseredikt in Thessaloniki erlassen, das das trinitarische Christentum zur offiziellen Staatsreligion erhob und damit die religiöse Toleranz im Römischen Reich beendete. Damit war die Zeit der vielen fröhlichen Götter und Göttinnen der Alten Welt beendet und nur Gottvater und sein Sohn Jesus von Nazareth durften von nun an den unendlichen Raum des Götterhimmels bewohnen, umflattert von der wunderbaren Taube, die als Heiliger Geist das Göttliche den Menschen zu verkünden hatte.

Was anfangs so friedlich und einfach erschien, war es bald gar nicht mehr, denn schon bald begannen erbitterte Glaubenskämpfe, die gar nicht so friedlich waren und um die Interpretationshoheit rangen. Der Streit, der zwischen den Arianern und Trinitariern ausgebrochen war, erfasste bald das ganze Reich. Was ist eigentlich die wahre Natur des historischen Jesus von Nazareth? Ist er Teil der Dreieinigkeit, wie die Trinitarier behaupteten, oder Teil der Schöpfung, von Gott adoptiert oder überhaupt nur ein erleuchteter Mensch? 381 entschied das Konzil von Konstantinopel, dass die Trinitarier Recht hatten und Arius und seine Anhänger, besonders die Ostgoten, aber zum Beispiel auch die Manichäer oder Gnostiker, wurden bald auf schärfste verfolgt.

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