Montag, 27.07.2026 23:15 Uhr

Comeback der Weißstörche

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Berlin, 27.07.2026, 18:24 Uhr
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Fliegender Weißstorch in Hessen, das die höchste Storchendichte aufweist.
Fliegender Weißstorch in Hessen, das die höchste Storchendichte aufweist.  Bild: © Mathias Schäf

Berlin [ENA] In Deutschland brüten so viele Weißstörche wie noch nie seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zählt bundesweit rund 15.000 Brutpaare. Selbst vor hundert Jahren gab es nicht so viele Störche. In vielen Regionen waren sie sogar ganz verschwunden.

In manchen Gegenden ist es Brauch zur Geburt eines Babys, einen gebastelten Klapperstorch in den Vorgarten zu stellen. Meist handelt es sich dabei um die Nachbildung eines Weißstorches (Ciconia ciconia). In den 1980er Jahren sank der Bestand des Weißstorches in beiden deutschen Staaten auf unter 3000 Paare. In vielen Regionen waren die Störche zeitweise vollständig verschwunden. Heute zählt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bundesweit rund 15.000 Brutpaare. „Selbst vor hundert Jahren gab es nicht so viele Störche“, berichtet Bernd Petri von der NABU‑Bundesarbeitsgruppe Weißstorch. „Im Gegensatz zu vielen anderen Arten haben wir beim Storch inzwischen einen guten Erhaltungszustand.“

„Die verkürzte Zugkette ist ein großer Vorteil.“

Vor allem Nahrungsmangel infolge intensivierter Landwirtschaft und Trockenlegungen sowie Gefahren auf den Zugwegen machten den Störchen zu schaffen. Die Trendwende leiteten Naturschutzmaßnahmen wie Wiedervernässung und eine auf den Weißstorch abgestimmte Grünlandbewirtschaftung ein. Den größten Teil seines Zuwachses jedoch verdankt der Storch seiner bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit. „Alle unsere Weißstörche fliegen im Herbst nach Afrika“, erklärt Petri. „Durch Deutschland verläuft eine sogenannte Zugscheide. Östlich davon ziehen die Störche im Winter wie eh und je über den Balkan und Nahen Osten nach Afrika. Westlich der Zugscheide dagegen geht es nur noch bis Spanien. Auf Reisfeldern und Mülldeponien finden sie reichlich Nahrung."

„Von der Elbe an den Rhein“

Die verkürzte Zugstrecke ist ein großer Vorteil. Die Überlebensrate steigt, und die Westzieher kommen früh und fit zurück. „Vor 30 Jahren waren drei Viertel unserer Störche Ostzieher, heute ist das Verhältnis umgekehrt: Drei Viertel ziehen nach Westen. Der Schwerpunkt der Storchenvorkommen hat sich von der Elbe an den Rhein verlagert“, so Petri. Der Weißstorch brütet inzwischen in allen 16 Bundesländern. Waren lange Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die storchenreichsten Regionen, sind es heute Niedersachsen und Baden-Württemberg. Die größte Storchendichte weist Hessen auf.

Bevor es für die Störche auf den Zug geht, kurz oder lang, bilden sich größere Rastgruppen. Auf Wiesen und Stoppeläckern sieht man die Vögel jetzt zusammenstehen. In den ersten Augusttagen beginnt der Abflug; zunächst machen sich die Jungvögel auf den Weg. Die Storcheneltern sind noch von der anstrengenden Aufzucht gezeichnet, oft wiegen die Altstörche weniger als ihr Nachwuchs. Sie futtern sich nun erst einmal neue Reserven an und starten später nach Süden. www.NABU.de

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