Donnerstag, 10.09.2026 20:02 Uhr

Wahl zum Vogel des Jahres 2027

Verantwortlicher Autor: Stefanie Bettinger Berlin, 10.09.2026, 18:54 Uhr
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Berlin [ENA] Seit 8. September 2026 läuft die Wahl zum Vogel des Jahres. Aufgerufen haben der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Alle können bei dieser öffentlichen Wahl mitmachen und entscheiden, wer 2027 die Krone der Vogelwelt tragen soll. Unter den Kandidaten sind Vögel wie Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel.

Jeder der fünf Kandidaten bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit verdient. Da wäre der Kolkrabe (Corvus corax), bekannt aus Märchen und Mythen. Dieser intelligente und soziale Vogel gilt als Götterbote, Lichtbringer und Vermittler zwischen den Welten. Da die Paare ein Leben lang zusammenbleiben, wird er auch als Vogel der Treue bewundert. Manche Menschen mögen ihn nicht, deswegen ist sein Leben durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Beide haben schwarzglänzendes Gefieder, einen dicken Schnabel und die Körpergröße eines Bussards. Der Kolkrabe ist damit der größte Singvogel der Welt. Sein Slogan: "Schwarze Federn, helles Köpfchen!"

Der Kranich mit dem Slogan "Allzeit nasse Füße!"

Mit seinem typischen Trompeten stellt sich der Kranich (Grus grus) zur Wahl. Der Zugvogel ist in vielerlei Hinsicht ein spektakulärer Kandidat. Mit bis zu 116 Zentimetern Körperhöhe ist er größer als ein Weißstorch. Seine eleganten Balztänze im Frühjahr und sein Zug in großen Keilformationen im Herbst sind Naturschauspiele, die jedes Jahr viele Menschen faszinieren. In vielen Ländern gilt er als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. Weil er Feuchtgebiete zur Rast und Brut braucht, lautet sein Slogan: "Allzeit nasse Füße!"

Die Mehlschwalbe mit dem Slogan "Auf gute Nachbarschaft!"

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) hat als Insektenfresser und Gebäudebrüter gleich zwei Probleme, die ihren Bestand gefährden: Durch den Insektenschwund hat sie weniger Nahrung zur Verfügung. Zudem werden ihre Nistplätze, Halbkugeln aus Lehm, die sie an die Außerseite von Häusern baut, oft entfernt, etwa bei Gebäudesanierungen. Die Mehlschwalbe ist laut Roter Liste gefährdet. Ihr Wahlkampfslogan lautet: "Auf gute Nachbarschaft!"

Der Trauerschnäpper mit Slogan "Mach Tempo fürs Klima!"

Anders als sein Name vermuten lässt, ist der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) ein munterer Luftakrobat. Er fängt sein Futter oft im Flug von einer Sitzwarte aus. Doch Insekten gibt es immer weniger. Außerdem hat er ein Zeitproblem: Weil der Frühling durch die Klimakrise immer früher beginnt, geht der Trauerschnäpper oft leer aus bei der Suche nach geeigneten Bruthöhlen und Nahrung für seinen Nachwuchs. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück ist, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt und die Insektenentwicklung zum Teil weit vorangeschritten. Auch er ist gefährdet. Sein Slogan: "Mach Tempo fürs Klima!"

Die Wasseramsel mit dem Slogan: "Klarer Bach, klarer Fall!"

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) ist der einzige einheimische Singvogel, der tauchen, schwimmen und sogar unter Wasser laufen kann. Ihr überwiegend braunes Gefieder ist sehr dicht und somit perfekt an die aquatische Lebensweise angepasst. Sie brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland. Ihr Nest baut sie in der Uferböschung oder in Mauerlöchern. Sie ist das ganze Jahr über zu beobachten und derzeit ungefährdet. Ihr Slogan: "Klarer Bach, klarer Fall!"

Seit 8. September, 10 Uhr, ist das virtuelle Wahllokal unter www.vogeldesjahres.de freigeschaltet. Bis zum 15. Oktober, 11 Uhr, kann abgestimmt werden. Noch am selben Tag wird der Sieger bekanntgegeben. Der "Vogel des Jahres" wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle "Vogel des Jahres" ist das Rebhuhn.

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