Donnerstag, 04.06.2026 22:16 Uhr

Marketplaces bei Online - Plattformen und deren Tücken

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Weltweit, 04.06.2026, 06:17 Uhr
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Online - Shopping ist ja so bequem, günstig und ich kann alles zurückgeben
Online - Shopping ist ja so bequem, günstig und ich kann alles zurückgeben  Bild: justynafaliszek / pixabay.de

Weltweit [ENA] Wer kennt das nicht z. B. von Amazon ? Amazon verkauft nicht nur Produkte vom eigenen Lager, also von Händlern eingekaufte Ware, sondern läßt diverse Händler aus allen Herren Länder einen eigenen Verkauf ihrer Waren zu. Vorteil davon haben beide Seiten.

Amazon verdient am Händler, der hat mehr Kunden wegen der großen Plattform. Dieses System, Marketplace genannt, hat sich inzwischen als zusätzliche Einnahmequelle auch bei anderen Händlern wie Kaufland oder Mediamarkt etabliert. Aus ähnlichen Gründen. Doch es gibt teilweise gravierende Unterschiede in der Abwicklung des Verkaufs, Garantie und Rücktrittsrecht. Und da steht Amazon meiner Meinung nach ganz vorne im positiven Sinne, denn in der Regel ist es ganz egal, ob sie bei einem Händler, der nur eine Verkaufsplattform bei Amazon unterhält, oder bei Amazon direkt gekauft haben, sie melden ihre Ansprüche einfach und bequem online an und alles andere wird abgewickelt.

Amazon kümmert sich im Zweifelsfall um die Benachrichtigung des Händlers, die wohl wegen der strengen Verkaufsregel fast immer kulant sind. Und deutsche Gesetze werden eingehalten, das habe ich noch nie anders erlebt. Warum sage ich das extra ? Weil es heute um zwei Negativbeispiele von Marketplace – Verkäufen bei Mediamarkt.de geht. Fall 1: Der Verkauf eines Tablets. Wie üblich ist dieses Produkte durch einen besonders günstigen Verkaufspreis aufgefallen. Das Tablet kostete angeblich statt 299.- Euro nur 179.- Euro, so ausgelobt auf der Verkaufsseite. Die Beschreibung liest sich dann so (Auszug): Kristallklare flüssige Bilder bei einer Auflösung von 2400x1600 Pixel und 16,7 Millionen Farben für ein absolut immersives Seherlebnis.

Gestochen scharfe Bilder, atemberaubendes Multimedia-Erlebnis – perfekt für Arbeit, Entertainment und kreative Projekte. Leistungsstarker Octa-Core Prozessor, reibungsloses Multitasking und ein absolut verzögerungsfreies Spielerlebnis. Soweit der Auszug. Klingt doch super, oder ? Und wenn die Preisangabe von 299.- Euro als eigentlicher Preis stimmt, ist das Tablet ja zumindest sowas wie Mittelklasse. Aber kaum ausgepackt und 2 (in Worten zwei) einfache Spiele aus dem PlayStore installiert, ruckelt jedes Spiel schon beim Anspielen, selbst die automatischen Werbeeinblendungen im Spiel werden nicht ruckelfrei abgespielt. Als Käufer fühle ich mich aufgrund der Herstellerangaben ich sage es mal verschaukelt.

Und will das Tablet gemäß des gesetzlich verbrieften Widerrufsrechts zurückgeben. Wie das Gesetz aussagt, ohne Angabe von Gründen. Auf der Verkaufsseite vom Mediamarkt.de erfahre ich jetzt, Abwicklung wegen Marketplace nur über den Händler direkt, der sitzt zwar in Bukarest, Kontaktdaten aber bekomme ich mitgeteilt. Ich teile also in wenigen Worten meinen Wunsch mit und bitte um ein Versandetikett zur Rücksendung. Weit gefehlt. Statt eines Versandetiketts der Hinweis per Rückmail: Also das sei ja ein Einsteiger – Tablet für grundlegende Aufgaben und Spielen mit geringen Grafikanforderungen. Und man empfiehlt, Spiele nur auf niedrigsten Niveau zu spielen. Ich werf mich weg, das hörte sich in der Beschreibung ganz anders an.

Ich nenne das jetzt Verbrauchertäuschung. Aber bleiben wir beim Rücksendeetikett. Davon keine Rede, man bietet mir 15 Euro Rückerstattung an. Wofür ? Um ein Tablet zu behalten was ich nicht gebrauchen kann ? Und der Hinweis: Rücknahme nur bei originalverpacktem Zustand. Aha, ich soll also anhand der Verpackung entscheiden, ob das Tablet mir zusagt, die zugesicherten Leistungen hat oder nicht. Das ist natürlich Unsinn und eine unzulässige Bedingung, die im Widerrufsrecht nicht vorgesehen ist. Macht ja auch keinen Sinn. Nachdem ich das Produkt und den Händler auf mediamarkt.de absolut negativ bewertet hatte, kam kurzzeitig Bewegung in die Sache, man wolle mir jetzt doch ein Etikett zusenden und den kompletten Betrag erstatten.

Der Kauf war am 4. Mai dieses Jahres, bis heute habe ich nach der Rücksendung nix mehr gehört. Und der Mediamarkt: Auf meinen Hinweis und Beschwerde wegen der mangelnden Abwicklung nur ein Satz zurück: Die Abwicklung erfolge über den angegebenen Händler. Fall 2. 3 USB Sticks, je 256 GB Datenvolumen. Die Kurzbeschreibung: Faltbarer Robuster Schneller USB-Stick. Okay, der Begriff schnell ist relativ. Wenn man in die genaue Beschreibung schaut liest man dann: Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 85 MB/s beim Lesen und 30 MB/s beim Schreiben. Schnell sieht bei USB 3.0 anders aus. Auch hier war der Preis maßgeblich: für 256 GB knapp 14 Euro und dann noch Metallgehäuse, ein TOP – Preis. Der Händler diesmal sitzt in Rumänien.

Doch auch hier schnappt die Falle zu. Schon bei der ersten und auch folgenden Datenübertragungen mit dem USB – Stick wird klar, den will ich nicht behalten, denn: Alle kopierten Dateien sind nach dem Übertragen auf dem USB – Stick korrupt, nicht mehr lesbar, unabhängig von der Datei. Was immer der Stick damit anstellt, die Dateien sind noch nicht einmal mehr reparabel, was z. B. Word oder spezielle Videoreparaturprogramme anbieten. Unmöglich, die Daten zu restaurieren. So ein Produkt kann niemand gebrauchen, wer hat da noch Lust, die anderen beiden auszuprobieren ? Da aber die 14 Tage des Widerrufsrechts schon überschritten waren, ich aber Garantie auf die Sticks habe, habe ich das dem Händler mitgeteilt.

Doch davon in der Antwort keine Rede. Stattdessen: Bitte beschreiben Sie das Problem detailliert und senden Sie uns entsprechende Videos oder Bilder, damit wir es überprüfen und Ihnen eine Lösung anbieten können. Hä ? Was für Fotos und Videos ? Da kommt ganz einfach ne Meldung, Datei defekt und nicht abspielbar oder anzeigbar. Und zu der Phrase detaillierte Beschreibung, hier meine original Fehlerbeschreibung: Ich habe den Stick zum Transfer von Videos und Worddateien zwischen Rechnern verwendet. ALLE Videos und Word - Dateien waren nach dem Kopiervorgang nicht nur nicht mehr lesbar, sondern konnten auch mit professionellen Reparaturprogrammen nicht wiederhergestellt werden. Daher sinnlos für mich. Was ist unklar an der Beschreibung ?

Klar für mich ist, das zumindest diese beiden Händler versuchen, sich der Rücknahme zu entziehen, weil das natürlich mit Aufwand und Kosten verbunden ist. Also Kunden hinhalten, Kunden beschäftigen aber nix liefern. Deshalb mein Rat an alle Onlinekäufer: Schauen sie immer zuerst, woher die Produkte kommen. Grundsätzlich ist ein Händler im Marketplace nicht schlechter als der Plattformbetreiber. Aber es ist ein klarer Vorteil, wenn dieser seinen Sitz in Deutschland hat, dann kann er sich ihren Rechten nicht entziehen. Sitzt der Händler im europäischen Ausland oder gar in China, Vietnam, Hongkong usw. haben sie nicht nur die Gefahr, das bei einer Rücksendung Probleme gibt.

Sondern das ihre Rechte wie in diesen beiden Fällen zumindest beschnitten werden oder sie z. B. verpflichtet sind, teure Rücksendungen nach China selbst zu zahlen. Und das lohnt sich kaum bei günstigen Produkten, zumal sie versichert versenden sollten, wenn sie jemals Geld oder das neue Produkt wiedersehen möchten. Und wenn letztlich ein 300 Euro teures Handy, das sie nur zur Begutachtung ausgepackt haben, dann nur anteilig mit 200 Euro rückvergütet wird, wollen sie aus Kostengründen nicht gegen einen Händler mit Sitz in China klagen. Wohl kaum, sie bleiben auf dem Schaden sitzen. Und das wissen Händler, die nichts Gutes im Schilde führen. Denn es gibt auf dem Online – Plattformen leider auch genug schwarze Schafe.

Und da war auch schon die Amazon – Plattform betroffen. Was war passiert ? Freitag Abend öffnet ein Marketplace mit sensationellen Elektronikpreisen bei Geräten aller Art, die am Montag morgen wieder verschwunden ist. Die Firma, die Produkte, nix war echt und vorhanden, die Kohle weg. Ob die Käufer ihr Geld wieder bekommen haben, kann ich nicht sagen. Ich muß aber dazu sagen, ich habe die Seite selber gesehen und durchgeschaut: Wer natürlich glaubt, einen 95 Zoll OLED TV von Samsung statt für 4999.- Euro für 2222.- Euro kaufen zu können bei Neuware, obwohl kein anderer Online – Anbieter unter 3499.- Euro anbietet, der muß sich schon fragen lassen, wie er glaubt das ein Händler einen solchen Preis realisieren kann.

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